2009 wurde der zwanzigste Jahrestag des Falls der Berliner Mauer gefeiert, der ein Ausgangspunkt für den Zusammenbruch des eisernen Vorhangs war. Während dieser zwanzig Jahre erlebte die europäische Gemeinschaft erhebliche Veränderungen: Sie wuchs von 12 auf 27 Mitgliedsstaaten und stellte damit ihre eigenen Grenzen in Frage. Mitten im Herz Europas trennt eine 3000 km lange Demarkationslinie die „neuen“ von den „alten“ Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Seit dem 21. Dezember 2007 gibt es keine Grenzkontrollen mehr und ein Teil der Grenzanlagen ist bereits abgerissen. Um die verschiedenen Aspekte und Fragen rund um den Grenzraum zu begreifen haben wir eine Untersuchung dieser Strecke begonnen und insbesondere die Entwicklung und den Wert dieser Orte untersucht.
Unsere Recherche begann mit einer Studienreise: im Sommer 2006 haben wir innerhalb von zweieinhalb Monaten mehr als 8000 Kilometer zurückgelegt, in dem wir in systematischen Hin- und Rückreisen auf beiden Seiten der Grenze alle existierenden Grenzposten fotografierten und über 238 Grenzpunkte Informationen nach einem ausgeklügelten System erhoben. Dieser erste Ansatz hat uns erlaubt, bis heute verschiedene Projekt entlang dieser Route zu entwickeln:
- Enquête frontalière / Grenzuntersuchung: eine Online Datenbank mit interaktiven Elementen (Fotos, Tonaufnahmen, Texte, Videos über 238 Grenzpunkte)
- La frontière intérieure / Die innere Grenze: Dokumentarfilm mit Portraits von sieben Grenzbewohnern
- Border Speaking: eine Wandervorführung des Dokumentarfilms an 40 Orten von der Adria bis hin zum baltischen Meer in Zusammenarbeit mit rund sechzig Vereinen und lokalen Organisationen in acht verschiedenen Ländern
- Frontières en mouvement / Grenzen in Bewegung: Ausstellung in Haus der Architektur in Lille und in Baden Baden.
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